Nicht leicht zu verstehen und noch schwerer zu tun

Von Marco Koch - Dreimal hintereinander wurde eine Eins gewürfelt. Dann die Erlösung: erst eine Zwei, dann eine Fünf - und dann ging es nicht weiter. Ein dicker Stein lag auf dem Spielfeld, das mitten im Altarraum der St.-Jakobi-Kirche aufgebaut war. Um das Hindernis entfernen zu können, war eine Frage zu beantworten: "Da ist jemand, der dir ein Spielzeug wegnimmt. Wie fühlt sich das an? Was machst du? Wie reagierst du?" Die Antworten waren breit gestreut: "Dann bin ich traurig." "Ich sage das jemandem, der mir helfen kann, mein Spielzeug wiederzubekommen." "Ich nehme es mir wieder zurück."
Genau um solche alltäglichen Erfahrung ging es im Evangelium vom Sonntag (Lk 6, 27–38): "Dem, der dir den Mantel wegnimmt, ..." Und wie lautete der Vorschlag Jesu, damit umzugehen? "Wenn dir jemand etwas wegnimmt, dann schenk es ihm, ja, schenk im noch mehr." Das klingt einfach und naiv. Das klingt nach sich alles gefallen lassen. Aber es kann auch spannend sein, einmal darüber nachzudenken, wie eine solche Reaktion auf den wirkt, der mir etwas genommen hat. Und was löst es bei mir selbst aus, wenn ich das, was mir genommen wurde, einfach loslasse?
Bis zum Ziel gab es noch drei weitere dicke Brocken:
- Da ist jemand, der dich haut. Jesus sagt: Schlag nicht zurück.
- Das ist jemand, der etwas Gemeines zu dir sagt. Jesus sagt: Antworte ihm mit etwas Gutem.
- Da ist jemand, der dich nicht mag: Jesus sagt: Schenke ihm deine Liebe.
Jesus selbst weiß, dass es nicht leicht ist, das zu verstehen. Und er weiß, dass es noch viel schwerer ist, in diesem Sinn - im Sinne Gottes - zu handeln und barmherzig zu sein. Aber es lohnt sich, es immer wieder aufs Neue zu versuchen.